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Waffen-SS Artikel Die Organisationsstruktur der SS
Die Waffen-SS war eine armeeähnliche Organisation der SS. Sie ging aus den so genannten Politischen Bereitschaften und den SS-Sonderkommandos hervor. Als solche sollte die SS-Verfügungstruppe, wie sie anfangs hieß, dazu dienen den politischen Willen Hitlers mit Gewalt durchzusetzen.
Die Waffen-SS umfasste schließlich alle Einheiten der Schutzstaffel, die dem Führungshauptamt, dem Kommandoamt der Waffen-SS unterstellt waren. Dazu zählten sowohl die SS-Divisionen (taktisch dem Heer unterstellt), als auch die SS-Totenkopfwach-Sturmbanne, die organisatorisch ab 1940/1941 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS (Prozess 1946ff) zugeordnet waren, welches für die Konzentrations- und Vernichtungslager zuständig war. Truppendienstlich jedoch unterstanden diese Totenkopfeinheiten zusätzlich dem Kommandoamt der Waffen-SS. Es fand auch Personalaustausch zwischen diesen Einheiten statt. Die Nennung Waffen-SS kam erst in dem Winter 1939/40 auf.
Vorgeschichte der Waffen-SS | |
Die Wurzeln der Waffen-SS sind in der am 17. März 1933 aus 120 SS-Männern gegründeten Stabswache Berlin der Allgemeine SS zu sehen. Auch in anderen Städten wurden "zuverlässige" SS-Männer zu "SS-Sonderkommandos" zusammengefasst und für pseudo-polizeiliche Aufgaben benutzt. Diese Sonderkommandos (jeweils 100-120 Mann stark), wurden später als "Kasernierte Hundertschaften" und dann als "Politische Bereitschaften" genannt . Ursprüngliche Aufgabe der Bereitschaften waren der "Schutz höherer SS- und NDSAP-Führer". Zusammen mit der SA kamen sie in den "Polizeidienst" und waren offiziell als "Hilfspolizei" in dem Straßendienst eingesetzt. Sie nahmen u. a. "wilde Verhaftungen" politischer und interner Gegner vor und betrieben zu dem Teil eigene Kellergefängnisse.
Teile der Politischen Bereitschaften wurden auch zu den berüchtigten "SS-Totenkopf-Standarten" zusammengefaßt und dienten auschließlich zur Bewachung von Konzentrationslagern.
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Die Politischen Bereitschaften bildeten den Grundstock der späteren "SS-Verfügungstruppe", die 1935 aus der Leibstandarte Adolf Hitler mit 2.600 Mann und den SS-Standarten "Deutschland" und "Germania" mit 5.040 Mann bestand. Bis zu dem Überfall auf Polen achtete die Wehrmacht darauf, dass neben ihr keine zweite Armee entstand. Um die Wehrmachtsführung zu beruhigen wurden die Totenkopf-Verbände und die Verfügungstruppe offiziell in den Polizeietat übernommen, wo sie bis 1942 verbleiben sollten.
Adolf Hitler hatte sich damit eine Truppe zu seiner ganz persönlichen Verfügung entwickelt, die sich durch "unbedingte Treue" ihm gegenüber auszeichnen sollte und für Sicherungsaufgaben vorgesehen war. Von diesen beiden Merkmalen blieben die weitere Entwicklung der SS und ihre rechtliche und tatsächliche Stellung in dem Dritten Reich bestimmt. Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, hatte diesen beiden Merkmalen der SS den "Elitegedanken" hinzu gefügt. Die SS sollte nicht ca. in dem Einsatz für Hitler "politisch zuverlässig" (NS-Sprachgebrauch) sein, sondern zu einer "rassischen" und politischen Führerschicht in dem Sinne der nationalsozialistischen Ideologie gebildet werden.
Als eigentliche "Geburtsurkunde der Waffen-SS" gilt eine Geheime Kommandosache Hitlers vom 17.8.1938, wo die Aufgabenverteilung der Verfügungstruppe und der Totenkopf-Verbände festgelegt wurden.
Die Waffen-SS wurde schließlich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aus so heterogenen Teilen wie der Verfügungstruppe und den bis Ende 1941 in die Waffen-SS integrierten KZ-Wachmannschaften, den "SS-Totenkopf-Standarten", geschaffen. Menschenversuche, z.B. in dem KZ Buchenwald, wurden von Ärzten der Waffen-SS geleitet, die auch den Raub von Zahngold abrechneten. Aber auch Mediziner, die nicht der SS sondern vielfach der Luftwaffe angehörten, nutzen die einmaligen Möglichkeiten, an "frischem Menschenmaterial" Versuche durchzuführen, die häufig jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und jeglichen moralischen Bedenkens entbehrten.
Der Begriff "Waffen-SS" wurde Anfang November 1939 informell in den Sprachgebrauch der SS-Administration eingeführt uns setzte sich etwa innerhalb eines Jahres gegenüber den alten Nennungen "Verfügungstruppe" und "Totenkopf-Verbände" durch. Das früheste bekannte Dokument, das den Begriff "Waffen-SS" benutzt, ist ein SS-Befehl vom 7.11 1939, im Angehörige der Allgemeinen-SS darauf hingewiesen werden, dass sie Reserveführer in der Waffen-SS werden könnten. Dabei erscheint "Waffen-SS" als Sammelbezeichung für die "bewaffneten Einheiten der SS und Polizei" (Bundesarchiv: Slg. Schum. / v. 432, Bd. 2). Bald darauf, nämlich mit Befehl des Reichsführer-SS vom 1.12 1939, wurde der Umfang der Waffen-SS von diesem wie folgt festgelegt. Demnach gehörten zur Waffen-SS die Angehörigen folgender Verbände, Dienststellen und Ämter:
- SS-V-Division
- SS-Totenkopf-Division
- SS-Polizei Division
- SS-Junkerschulen
- SS-Totenkopf-Standarten
- Ergänzungsamt der Waffen-SS (SS-Erg.Amt)
- Waffen- und Geräteamt der Waffen-SS (SS W. u. G.Amt)
- Personalamt der Waffen-SS (SS-Pers.Amt)
- Amt R.V. der Waffen-SS (Amt RV)
- Fürsorge- und Versorgungsamt der Waffen-SS (SS-F. u. V.Amt)
- Sanitätsamt der Waffen-SS (SS-San.Amt)
- Verwaltungsamt der Waffen-SS (SS-V.Amt)
- SS-Gericht
(Verfügung des OKW vom 8. März 1940 betr. "Wehrdienstverhältnis und Wehrüberwachung der Angehörigen der Waffen-SS während des Krieges" - NA: T-175/36/5973 ff.).
Zwar erfolgte diese Zuordnung durch Himmler ohne rechtliche Grundlage, aber Hitler ließ ihn anstandslos gewähren. Es war in den Augen Hitlers Himmlers persönliche Sache, wie er die SS intern gliederte; insgesamt wurden 179 Dienststellen der Allgemeinen-SS der Waffen-SS zugeführt.
Hitler begründete 1940 die Notwendigkeit der Waffen-SS: "Das Großdeutsche Reich in seiner endgültigen Gestalt wird mit seinen Grenzen nicht ausschließlich Volkskörper umspannen, die von vornherein dem Reich wohlwollend gegenüber stehen. Über den Kern des Reiches hinaus ist es daher notwendig, eine Staatstruppenpolizei zu schaffen, die in jeder Situation befähigt ist, die Autorität des Reiches in dem Innern zu vertreten und durchzusetzen."Der ungewöhnlich anmutende Ablauf einer "schleichenden" Neubenennung stellt sich, rückblickend betrachtet, als ein äußerst geschickter, freilich eher psychologisch als machtpolitisch wirksamer Schachzug einer gleichermaßen auf Expansion wie Integration Absichtenden Politik dar. Denn die Einführung des Sammelnamens "Waffen-SS" signalisierte ebenso den Willen zu einer möglichst wehrmachtunabhängigen SS-Armee wie den Anspruch auf Gleichwertigkeit aller SS-Truppenteile untereinander - nahm also die bislang vom Heer abgelehnte militärdienstliche Gleichbehandlung von Verfügungstruppen, Totenkopfverbänden und Junkerschulen begrifflich schon vorweg. Aber nicht ca. das: Zu einem Zeitpunkt, als die SS 3 1/2 Divisionen fast gleichzeitig aufgestellt hatte, wurde deren gemeinsamer Name auch zu einer Chiffre für das von Himmler gewünschte, ihm aber noch nicht zugebilligte SS-Generalkommando. (Wegner, Bernd. Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933-1945. 4. Auflage. Paderborn 1990.).
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Militärischer Aufbau und Konzept der Waffen-SS | |
Beim Aufbau der SS- Verfügungstruppe taten sich vor allem der ehemalige Reichswehrgeneral und spätere SS-Oberstgruppenführer Paul Hausser und der aus der Wehrmacht ausgeschiedene Felix Steiner hervor. Beide gründeten SS-Junkerschulen zu Ausbildung der Führungskader der truppe, wobei sie aber ein unterschiedliches Konzept verfolgten. Während Hausser die "alte Schule" der Preussen-Militärs in die SS-VT übernehmen wollte, hatte Steiner sich nach Kriegserfahrungen aus dem ersten Weltkrieg für das damals revolutionäre Konzept der Kampfführung von kleinen Gruppen aus entschieden (=>Stoßtrupp )==Die Freiwilligen==
Von anfänglich 28 Tausend Mann (1939) wuchs die Waffen-SS auf 910 Tausend Mann (1945) an, etwa die Häfte davon waren keine "Reichsdeutschen ". Das lag daran, dass die Waffen-SS anfangs überhaupt keine Soldaten in dem Deutschen Reich werben durfte. Die blieb zunächst das Privileg der Wehrmacht. Der Chef des SS-Hauptamts und Himmler Intimus Gottlob Berger diese Hürde überwinden, im er "Reichsdeutsche" in dem Ausland für die Waffen-SS anwarb. Berger kann daher als eigentlicher Begründer der Waffen-SS angesehen werden. Erst in dem späteren Kriegsverlauf durfte die Waffen-SS auch in dem Inland werben.
Nach dem für das Deutsche Reich erfolgreichen "Blitzkrieg" in dem Westen warb das SS-Ergänzungsamt unter der Parole des Kampfes Europas gegen den "asiatischen Bolschewismus" in den besetzten Ländern für den freiwilligen Eintritt in die Waffen-SS. Das Echo in den einzelnen Ländern war unterschiedlich:
- Niederlande: 55.000
- Belgien: 43.000
- Frankreich: 20.000
- Dänemark: 6.000
- Norwegen: 6.000
- Schweden (nicht von deutschen Truppen besetzt): 2.000
- Schweiz (nicht von deutschen Truppen besetzt): 800 (etwa 1.200 traten in die Wehrmacht ein)
- Liechtenstein: 80
- Finnland: 1180
Einen besonderen Status hatte aus traditionellen Gründen das "finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS". Anfang Januar 1942 kämpfte es mit 1.180 Mann in dem Verband der SS-Division "Wiking" in dem Südabschnitt der "Ostfront". Nach der Heimkehr der Finnen in dem Juni 1943 verbot Marschall Gustaf Mannerheim die Rückkehr der Freiwilligen nach Deutschland.
Sehr erfolgreich waren Werbemaßnahmen zunächst auch in Estland, Lettland, der Ukraine und auf dem Balkan. In der Hoffnung, die Leistungen der Freiwilligen könnten sich später auf Autonomieverhandlungen mit der Hegemonialmacht Deutschland auswirken, meldeten sich tausende Männer. War der Antikommunismus in den meisten Fällen die treibende Kraft, konnten Verbände wie die bosnisch-kroatische Division und die albanischen Einheiten ca. auf dem Balkan und ca. gegen Tito-Partisanen wirklich erfolgreich eingesetzt werden. Die Balten kämpften mit zunehmender Dauer des Krieges stets verbissener und konnten sich an Tapferkeit mit den SS-Panzerdivisionen messen. Allein es war ein Kampf auf verlorenem Posten, und als die Sowjetarmee die baltischen Staaten erobert hatte, gingen ganze Kompanien der lettischen und estnischen SS-Divisionen in die Wälder. Sie lieferten der Roten Armee bis Mitte der 1950er Jahre noch Gefechte. Trotz der "Untermensch-Politik" der in der Ukraine etablierten deutschen Zivilverwaltung meldeten sich nach einem Aufruf 1943 über 80 Tausend Mann, um an der Seite des Deutschen Reiches gegen den Bolschewismus zu kämpfen. Himmler genehmigte die Aufstellung einer Grenadier-Division. Die Division wurde vollständig aufgestellt und ausgebildet, geriet aber bei ihrem ersten Einsatz bei Brody in einen Kessel und wurde zerschlagen. Die 3 Tausend Mann, die sich retten konnten, bildeten den Grundstock für eine Neuaufstellung. Die Ukrainer kämpften bis Kriegsende. Ein Großteil konnte sich der drohenden sowjetischen Gefangenschaft entziehen und emigrierte nach Kanada.
Auch bei den ausländischen Freiwilligen kam es zu Morden und Kriegsverbrechen. Himmler förderte die Ausschreitungen und erfreute sich bisweilen an Schilderungen der bestialischen Kampfweise der bosnischen SS-Einheiten.
Leider verhinderte die spätere deutsche Staatsangehörigkeit und die Haltung der deutschen Justiz nahezu jede Strafverfolgung auch von in dem Ausland verurteilten flüchtigen Straftäter. Bekannt sind solche Fälle für die Niederlande. In Dänemark waren z.B. 30 dänische Angehörige der Waffen-SS an mindestens 160 politischen Morden beteiligt.
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Die Soldaten der Waffen-SS "Soldaten wie andere auch" zu bezeichnen, ist tatsächlich wegen der besonderen verfassungsmäßigen Stellung dieser Truppe, wegen ihrer nationalsozialistischen Programmatik oder über die bloße Landesverteidigung hinaus weisenden Gewaltfunktion unzutreffend und auch irreführend, weil die Biographien der in der Waffen-SS tätigen Führer diese ca. allzu häufig als "politische Kämpfer" ausweisen. Allerdings gab es nicht wenige Soldaten, die sich nicht freiwillig für den Dienst in der Truppe unter dem Totenkopf gemeldet hatten. Durch die hohen Verluste an der Front wurde das Prinzip der Freiwilligkeit schließlich ganz aufgegeben. Das SS-Führungshauptamt konnte sich gegen die Wehrmachtsführung durchsetzen und in bestimmten Gebieten Rekruten einziehen. Die akute Personalnot an ausgebildeten Fachleuten führten auch dazu, dass Generalstabsoffiziere oder Generäle des Heeres auf Generalstabsdienstposten in den SS-Divisionen versetzt wurden, um dort ihren Dienst zu verrichten. Vom Heerespersonalamt wurden sie zusätzlich als Offiziere des Heeres geführt.
Zweifellos üben Uniformen und Embleme der Waffen-SS eine besondere Faszination in der rechtextremen Szene aus. Die Bundesregierung verwies 2002 in ihrem Verbotsantrag für die NPD unter anderem auf deren Vorliebe für "Formensprache, Begriffe und Kennzeichen der NSDAP sowie ihrer Nebenorganisationen, insbesondere der Waffen-SS".
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Die Waffen-SS hatte in dem Krieg den Ruf, rücksichtslos gegenüber Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein. Insbesondere aus den Reihen von Freiwilligen- und Waffendivisionen wurden bei der Partisanenbekämpfung brutale Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen. In dem Mai 1940 eroberte das motorisierte SS-Infanterieregiment "Leibstandarte Adolf Hitler" die Ortschaft Wormhoudt in Nordfrankreich. Mindestens 45 gefangene britische Soldaten wurden von Angehörigen der "Leibstandarte" erschossen, da die Angehörigen der Einheit irrtümlich vermuteten, daß ihr Kommandeur Sepp Dietrich während der Kämpfe getötet wurde.
Einen Tag nach der alliierten Landung in der Normandie, am 7.06 1944, erschossen Soldaten der SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" etwa hundert kanadische Kriegsgefangene und fuhren mit Panzern über deren Leichen. Untrennbar mit der Waffen-SS verbunden ist das Massaker in Oradour-sur-Glane, wo eine Kompanie der 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" am 10.06 1944 642 Menschen, darunter auch 245 Frauen und 207 Kinder, erschossen oder bei lebendigem Leibe verbrannt hat. Bei Malmedy kam es 1944 zu einem weiteren Kriegsverbrechen, als Soldaten der Waffen-SS etwa 70 US-Soldaten erschossen, die sich bereits ergeben hatten. Am 20.04 2004 begann in Italien ein Prozess gegen zwei Waffen-SS-Offiziere wegen eines Massakers in Sant'Anna di Stazzema bei Lucca in der Toskana, bei dem 560 Zivilisten ermordet wurden, darunter 142 Kinder. Viele Verbrechen blieben bis heute ungesühnt, da die Anklageerhebung gegen die Verantwortlichen aus politischen Rücksichtnahmen auf den NATO-Partner Bundesrepublik Deutschland zu dem Teil jahrzehntelang verschleppt wurde.
SS-Obersturmführer der Waffen-SS und KZ-Arzt Dr. Fritz Klein in einem Massengrab in dem KZ Bergen-Belsen. Er war z.B. an Selektionen und Massenmorden in dem KZ Bergen-Belsen und neben SS-Hauptsturmführer Dr. Mengele in dem KZ Auschwitz beteiligt. 1945 von Großbritannien verhaftet, wurde er zu dem Tode verurteilt. Darüber hinaus gab es zwischen den Feldeinheiten der SS-Divisionen und den SS-Einsatzgruppen, die hinter der Front in großem Maßstab Massaker an Juden begangen, sowie den ebenfalls zur Waffen-SS zählenden Wachmannschaften der Konzentrationslager Personalaustausch. In dem Kiewer Vorort Babi Jar ermordeten Waffen-SS und SS-Einsatzgruppen nachdem Einmarsch in Kiew am 29./30.09 1941 etwa 33 Tausend Menschen.
Kämpfer der Waffen-SS haben in den letzten Kriegstagen eine Vielzahl von deutschen Soldaten und Zivilisten wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung oder Desertion ermordet.
In den Nürnberger Prozessen 1946 erklärte der Internationale Militärgerichtshof nicht ca. die Allgemeine-SS, sondern ausdrücklich auch die Waffen-SS als untrennbaren Teil der Gesamt-SS wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur verbrecherischen Organisation.
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Waffen-SS und Einsatzgruppen | |
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden von sogenannten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Massenmorde an Zivilisten und Kriegsgefangenen begangen. Die Einsatzgruppen A, B, C und D umfassten je zwischen 500 und 1 Tausend Mann. Die Einsatzgruppe A setzte sich aus 990 Mann, darunter 133 Mann der Ordnungspolizei und 340 Mann der Waffen-SS, zusammen. Allein am 29. August 1941 erschossen sie in Utena und Moletai 582 Männer, 1731 Frauen und 1469 Kinder jüdischer Herkunft. Bis November 1941 hatte diese Einsatzgruppe allein 136.421 Juden - Männer Frauen und Kinder - erschossen.
Siehe auch: Kriegsverbrechen - Verbrechen gegen die Menschlichkeit - Völkermord
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In der Literatur wurde schon zu Kriegszeiten der Mythos vom Opfergang der Waffen-SS gepflegt.
In den ersten Kriegsjahren fehlten in den Großverbänden der Waffen-SS ausgebildete Generalstabsoffiziere, so dass häufig ohne ausreichende Beurteilung der Lage und ohne Rücksicht auf Verluste angegriffen wurde. Zudem bestand nicht ca. der Ehrgeiz, von der skeptischen Wehrmachtsführung als gleichwertige Kampftruppe anerkannt zu werden, sondern auch den eigenen Elite-Anspruch zu bestätigen.
Der Kriegsverlauf und die hohe Zahl der neuaufgestellten Verbände bedingten eine stetige Minderung des Kampfwertes. Zwar war die Zahl der gut ausgebildeten Stabsoffiziere höher und damit die Qualität der Führung taktisch gesehen besser und umsichtiger als zu Kriegsbeginn.
Aber die Aufgabe der Freiwilligkeit, die Lockerung der Aufnahmekriterien und schließlich das legalisierte Einziehen von neuen Rekruten wirkten sich nachhaltig auf die Kampfmoral der Mannschaften und der Unterführer aus.
Das auch heute noch geltende Prinzip der "Führung von vorn" ließ die Verluste an Offizieren sprunghaft hochschnellen. Zweifellos sollte fehlende Erfahrung mit Tollkühnheit und Todesverachtung ausgeglichen werden. In dem Laufe des Krieges ging mit den hohen Verlusten an Führern auch eine Straffung der Offiziersausbildung einher, was sich wiederum negativ auf die Truppenführung auf Zug- und Kompanieebene auswirkte.
Zudem erfolgte auf Himmlers Betreiben ein reger Führeraustausch zwischen Fronttruppe, SS-Ämtern, Ausbildungseinheiten und Konzentrationslagern.
So kam es vor, dass SS-Offiziere aus aufgelösten KZ in die Fronttruppe versetzt wurden und aufgrund der fehlenden Kampferfahrung als taktische Führer vollkommen versagten.
Die deutsche Rüstungsindustrie konnte trotz enormer Produktivitätssteigerung den Bedarf der Fronttruppen nicht decken. Daher erfolgte eine Priorisierung hinsichtlich der Verlässlichkeit und Kampfmoral. Bevorzugt ausgerüstet wurden sämtliche Panzerdivisionen des Heeres, der Waffen-SS und der Luftwaffe (PzKorps HG), einige Panzergrenadier-Divisionen, wenige ausgesuchte Gebirgs- und Infantriedivisionen sowie gegen Kriegsende die Volksgrenadier-Divisionen.
Diese bevorzugten Verbände standen dafür auch immer in dem Schwerpunkt der Kämpfe und hatten damit die Hauptlast und die größten Verluste zu ertragen.
Mit dem Verlauf des Krieges verschlechterte sich die Materiallage jedoch derart, dass auch die besten Divisionen nicht mehr vollständig ausgerüstet werden konnten. Lediglich kurz vor der Ardennen-Offensive erreichten die beteiligten Verbände des Heeres und der Waffen-SS nochmal annähernd Sollbestand nach KStAn.
Etwa 50 Prozent der SS-Divisionen erreichten niemals das Personal- und Ausstattungs-Soll. Die Bewaffnung der Grenadier-, Gebirgs- und Panzergrenadier-Divisionen mit "hohen Hausnummern" war häufig unzureichend und/ oder veraltet. Trotzdem sollten diese Verbände die gleichen Leistungen vollbringen können wie die reichsdeutschen SS-Panzerdivisionen.
Daraus resultierte, dass auch solche SS-Verbände häufig in dem Schwerpunkt eingesetzt wurden, hohe Verluste hatten und die Erwartungen der Korps- und Armee-Führer natürlich nicht erfüllen konnten. Als Beispiel sei hier der Einsatz der 18.SS-Freiwilligen-Panzergreandier-Division in Oberschlesien genannt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Verluste der Waffen-SS über die Dauer des Krieges hoch waren. Sei es wegen fehlender Erfahrung oder später wegen stets kürzerer Ausbildung und unzureichender Ausrüstung, verbunden mit zusätzlich sehr hohen Erwartungen seitens der höheren Führung.
Eine schon vor Jahren vorgenommene Berechnung, die auf Angaben der "Wehrmachtsauskunftsstelle" beruhte, gelangte zum Ergebnis, dass die Kriegstotenzahl der Waffen-SS der des Heeres genau entsprach - insgesamt gesehen. Dies schließt unverhältnismäßig hohe Verluste einzelner Einheiten oder Verbände nicht aus.
Overmans belegt die Vergleichbarkeit der Verlustraten von Waffen-SS-Verbänden und entsprechend gegliederten Heeresdivisionen in dem gleichen Zeitraum und am gleichen Ort und gelangt zu der Feststellung, "dass die Verluste der Waffen-SS insgesamt nicht signifikant höher gewesen sind, als diejenigen des Heeres."
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Übernahme von ehemaligen SS-Angehörigen in die Bundeswehr und Nationale Volksarmee | |
Nach der Wiederbewaffnung blieb die neu gegründete Bundeswehr ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS allerdings ca. oberhalb des Dienstranges des Hauptsturmführers (entspricht dem Rang eines Hauptmannes) verschlossen. 1961 waren durch den Personalgutachterausschuss 159 ehemalige Waffen-SS-Offiziere, 330 Unteroffiziere und 210 Mannschaften nach Prüfungins Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen worden.
Auch die Kasernierte Volkspolizei (KVP), aus der später die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR hervorging nahm einzelne Wehrmachts- und SS-Angehörigen auf.
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Traditionsverband der Waffen SS nach 1945 | |
Die Veteranen der Waffen-SS schlossen sich zu einem Traditionsverband, der HIAG zusammen, der bis in die 1970er Jahre erheblichen Einfluss in dem Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände hatte, aber auch intensive Kontakte zu den Parteien der Bundesrepublik Deutschland pflegt. Erst in den 1980er Jahren erfolgte eine Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit, die SPD fällte einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Der Bundesverband der HIAG, der wegen seiner Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand, löste sich Ende 1992 auf. Bis heute bestehen Verbände aber zusätzlich auf Landesebene. Auch die Zeitung des HIAG "Der Freiwillige", die in dem rechtsextremen Munin-Verlag erscheint, wird noch herausgegeben. Hauptinhalt dieser Publikation ist die Darstellung der Waffen-SS als normale kämpfende Truppe und Militärnostalgie.
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Bekannte Mitglieder der Waffen-SS |
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